Neo Rauch. Begleiter: Ein exklusiver Museumsbesuch außerhalb der Öffnungszeiten und warum ich es klasse finde, was das Bildermuseum so macht.

Gestern Abend war ich im Bildermuseum – und konnte mir quasi alleine “Begleiter”, die Ausstellung zu Neo Rauchs 50. Geburtstag ansehen. (Bzw. die eine Hälfte davon – die andere wird ja momentan in München gezeigt.) Insgesamt waren es wohl ca. 20 Mann, die gestern Abend durch die Ausstellung gingen, nachdem das Muesum eigentlich schon geschlossen hatte – und das bei einer Ausstellung, die momentan für lange Schlangen an den Kassen sorgt. Wie es zu dem exklusiven Besuch kam? Dazu hole ich mal ein bisschen länger aus …
Es begab sich zu einer Zeit … nein, ganz so weit muss ich dann doch nicht ausholen. Also: Als ich das erste Mal im Bildermuseum war, lagen dort überall kleine schwarze Visitenkarten rum, mit nichts weiter als der URL der Facebook-Fanpage des Museums drauf: http://www.facebook.com/mdbk.leipzig
Davon war ich damals schon ziemlich begeistert: Welches Museum hat schon eine eigene offizielle Facebook-Seite? Also wurde ich flugs Fan – und war schon kurz darauf noch begeisterter, denn beim Bildermuseum hat man anscheinend kapiert, worauf es bei Social Media ankommt: Es werden nicht nur aktuelle Termine, Bilder der Ausstellungseröffnungen & Co. gepostet, sondern man ist wirklich zum Dialog bereit, geht auf Kommentare ein und bietet den Fans einen echten Mehrwert. Generell ist das Museum ziemlich auf der Höhe der Zeit – iPhone-Besitzer müssen sich nämlich auch keine teuren Audioguides mehr leihen, sondern können sich die Audiokommentare zur aktuellen Ausstellung als kostenlose App herunterladen.
Warum ich das alles erzähle? Diese Woche war es soweit, das Museum hat die 1.000-Fan-Marke auf Facebook geknackt. Und um das zu feiern wurde das Museum, bzw. die Neo Rauch-Ausstellung gestern Abend exklusiv für die Facebook-Fans zwischen 20.00 und 21.30 Uhr geöffnet. Wie bereits erwähnt, waren zwar insgesamt “nur” 20 Leute da, aber das hat das Ganze – zumindest in meinen Augen – nur um so besser gemacht. Quasi ungestörter Kunstgenuss und das auch noch für umsonst. Und als kleines Schmankerl obendrauf gab’s sogar noch eine kurze Führung durch die wirklich sehenswerte Ausstellung, womit ich überhaupt nicht gerechnet hatte.
Also … langer Rede kurzer Sinn: Liebes Bildermuseum, Gratulation zur Experimentierfreudigkeit und den gelungenen Umgang mit neuen Medien und vielen Dank für einen tollen Abend. Da können sich andere Kultureinrichtungen mal ein Beispiel dran nehmen. Weiter so!
