Herr Daimler, Sie schaffe z’viel

Design, Werbung / 12. Juni 2010 / 14:22 Uhr / 5x Senf dazu

Das Beschte oder nichts – gestern wurde der neue Markenauftritt von Mercedes-Benz gelauncht, entwickelt von Mercedes’ hauseigener Design-Abteilung in Kooperation mit Jung von Matt. Dass Herr Dailmer im TV-Spot (halb augenzwinkernd?) schwäbelt, kommt ziemlich sympathisch rüber.

In der Print-Umsetzung und auch auf der Kampagenen-Website interpretieren reale Mitarbeiter als Testimonials den neuem Claim “Das Beste oder nichts” – angeblich Gottlieb Daimlers Leitspruch. Den Grundgedanken der Kampagne find ich sehr gut, was die Umsetzung angeht, bin ich mir allerdings noch unschlüssig.

Ich glaub, es liegt an den Texten. Die Länge ist seltsam – einerseits nicht wirklich kurz und knackig, andererseits auch nicht lang genug. Ich stehe ja sowohl auf (textlich) sehr reduzierte Werbung, als auch auf Longcopys. Und die Mercedes-Kampagne bewegt sich genau zwischen diesen beiden Polen. Aber vielleicht irritieren mich auch einfach die vielen Lichteffekte …

Mercedes-Benz: "Das Beste oder nichts"

Was das neue Logo, insbesondere den 3D-Effekt und die Zusammenführung von Wort- und Bildmarke angeht, schließe ich mich allerdings dem Urteil Design Tagebuch an: Es stellt eindeutig keine Verbesserung dar.

Das alte Zeichen hat ausgedient, was sehr schade ist, denn der rein weiße Stern war nicht nur eine Form, er war auch ein Bekenntnis. In seiner reduzierten Form vereinte er Klarheit und Klasse und gleichzeitig stellte er eine Gegenbewegung zur Norm dar. Progressiv und unangepasst war er. Klassisch, handwerklich perfekt und deutlich konservativer in der Darstellung ist der neue Stern. Nahezu alle großen Automarkenzeichen blitzen chromfarben, so nun auch der Mercedes-Stern. Differenzierbarer war der Vorgänger.

Ein paar mehr Infos zum Thema gibt’s auch im Daimler-Blog.


5x Senf zu “Herr Daimler, Sie schaffe z’viel”

  1. Daniel K / 12. Juni 2010 / 20:59 Uhr

    Finde die Bildsprache isses, die stört. Zu viel Blingbling. Und damit wenig authentisch. Dabei will die Kampagne doch genau das eigentlich sein. Da gab es wirklich mal einen Firmengründer, der einer Vision gefolgt ist und einen Leitsatz entwickelt hat, an dem sich das Unternehmen bis heute orientiert. Und die Mitarbeiter sind echte Menschen, die wirklich bei Daimler arbeiten und dieses Motto täglich leben. Da ist der Kontrast zu den “Märchen-Bildern” störend und kontraproduktiv.

  2. Christian / 14. Juni 2010 / 11:17 Uhr

    Ja, schöne Lichteffekte, viel Tiefenunschärfe und Bokeh sind halt gerade auch so Foto-Trends. Aber für Daimler wirkt das dann halt vielleicht doch zu verträumt und märchenhaft, da könntest du Recht haben. Etwas mehr schwäbische Bodenständigkeit/ technische Perfektion und etwas weniger Alice im Wunderland wären vielleicht passender gewesen …

  3. Thomas / 22. Juli 2010 / 09:05 Uhr

    Ich verstehe da immer “Herr Daimler, sie SCHLAFEN zu viel”. Naja, der ist ja auch erst aufgewacht… und so eine brave schwäbische Haushälterin weckt ihn auf.
    Schaffe, Schaffe, Häusle baue heisst es doch bei denen da unten… Finde die hätten das dialektsicher auf hochdeutsch lassen sollen.

  4. Oli / 11. September 2010 / 21:44 Uhr

    Was mir heute aufgefallen ist: In der englischen Version dieses Spots sagt die Frau tatsächlich “Sie arbeiten zu viel” in bestem Hochdeutsch?!

  5. Oly / 13. Januar 2011 / 12:34 Uhr

    Naja, ich glaub, die Magd sagte “Sie schaffe z’viel”…also, anders gesagt sie arbeiten zu viel, was eher typisch schweizer ist.

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