Stylectrical. Von Elektrodesign, das Geschichte schreibt. Und unsinnigen QR Codes in einer eigentlich gut gemachten Ausstellung.
Gestern ging die Ausstellung Stylectrical im Museum für Kunst und Gewerbe zu Ende. Egal wie lange ich mir vornehme, solche Sachen zu besuchen – natürlich wird dann doch erst am letzten Ausstellungstag was daraus. Der Untertitel der Ausstellung lautet(e) “Eine Ausstellung über die Entwicklung des industriellen Elektrodesigns im kulturwissenschaftlichen Kontext am Beispiel des Unternehmens Apple.” – klingt wahnsinnig toll, letztendlich ging es aber doch in erster Linie “nur” um das Design der Apple Produkte, v.a. unter dem momentanen Chefdesigner Jonathan Ive; woher er seine Inspirationen bezieht (Dieter Rams/ Braun) und inwieweit die typische Apple Designsprache Trends setzt und den Zeitgeist beeinflusst.

Alles in allem war es eine sehr gelungene Ausstellung, v.a. natürlich für an (Produkt-) Design und/ oder der Marke Apple interessierte Menschen. (Welch ein Zufall, dass ich sogar beide dieser Kriterien erfülle.) Insbesondere unter Berücksichtigung des beeindruckenden Untertitels hatte ich mir dann aber doch noch ein bisschen mehr versprochen.
Aber eine Sache gab es, über die ich mich aufregen musste (und immer noch muss) … Anscheinend dachte man sich im Museum: “Hey! Eine Ausstellung zum Thema Apple – das gucken sich bestimmt die ganzen coolen, hippen Leute an, die sich den ganzen Tag mit ihren iPhones beschäftigen. Die sind bestimmt enttäuscht, wenn sie damit nicht rumspielen können. Also kleben wir ein paar von diesen neumodischen Dingern zum Einscannen-und-dann-auf-dem-Smartphone-Angucken an die Wände. Das soll ja gerade der neue heiße Scheiß sein.”
Zu Sinn und Unsinn von QR Codes wurde hier ja im Grunde bereits alles gesagt. Allerdings möchte ich an dieser Stelle noch eine Ergänzung zum Thema “QR Codes im Museums-Kontext” vornehmen:
Liebe Leute – wenn ich einen QR Code einscanne, der am Ende eines Textes steht und hinter diesem Code ist nichts anderes hinterlegt als ebenjener Text, den ich wenige Sekunden zuvor bereits gelesen habe … dann fühle ich mich ehrlich gesagt leicht verarscht. Wäre es nicht ein Leichtes, online ein paar Zusatz-Infos zu hinterlegen? Z.B. Die Videos, die Teil der Ausstellung sind, als Download anzubieten? Oder im Fall des weiter unten gezeigten Beispielbildes eine (womöglich interaktive) Infografik zum Thema “Verbreitung digitaler Musik und portabler Abspielgeräte im Vergleich”; oder wenigstens Fotos von Exponaten, die es aus Platzmangel nicht in die Ausstellung geschafft haben, oder oder oder … Es gäbe so viele Möglichkeiten. Aber ein Text, den man, wie vielleicht bereits erwähnt, sowieso bereits gelesen hat, ist wohl eher eine der schlechteren.
Von der nächsten Ausstellung, in der ich QR Codes oder ähnlichen Schnickschnack sehe, erhoffe ich mir dann doch ein bisschen mehr sinnvolle Schnickschnack-Nutzung.
Vielleicht sollte mich beruflich umorientieren und Berater für den Einsatz moderner Technik und Webzwonull-Krams in Museen werden … ob es für sowas wohl einen Markt gibt?

Punk Rock Flyer werden zu typografischen Arbeiten

Das kommt dabei raus, wenn zwei Dinge kombiniert werden, die ich sehr mag: Punk Rock (und Hardcore und Indie Rock und und und) und klassisch modernistisches Schweizer Grafikdesign.
Unter swissted.com stellt Designer Mike Joyce seine von klassischem Schweizer Design inspirierten Redesigns alter Punk Rock Flyer aus. Ganz, ganz großes Kino.
swissted is an ongoing project by graphic designer mike joyce, owner of stereotype design in new york city. drawing from his love of punk rock and swiss modernism, two movements that have absolutely nothing to do with one another, mike has redesigned vintage punk, hardcore, and indie rock show flyers into international typographic style posters. each poster is sized to the standard swiss kiosk dimensions of 35.5 inches wide by 50 inches high and set in berthold akzidenz grotesk medium, all lowercase. every single one of these shows actually happened.

via Nerdcore/ Grain Edit
Tierischer Wandschmuck

Ich bin mir ja manchmal unsicher, ob ich den typischen Elchgeweih-Wandschmuck absolut kitschig oder vielleicht doch ziemlich cool finde … Das Polygon Double Deer #2 von Kohei Nawa gehört jedoch definitiv in die zweite Kategorie.
via Colossal
Die ultimative Klappkarte
Schöne Idee für einen Weihnachts- und Neujahrsgruß vom Büro- und Objektmöbelhersteller Wilkhahn: das Pop Up Büro im leicht überdimensionierten klappbaren Grußkartenformat.
via Freibeuter
Lecker! Cheeseburger Geschenkpapier!

Ab sofort nehme ich zu Weihnachten, zum Geburtstag und sonstigen Anlässen nur noch Geschenke in Burger-Verpackung entgegen. Da hatten die Leute von Gift Couture eine sehr, sehr leckere gute Idee.
Bis die ersten Geschenke im Burger-Design verpack werden können, könnte es allerdings noch ein paar Tage dauern, da das Projekt über die Crowdfunding-Plattform Kickstarter finanziert werden soll. Die für den Produktionsstart benötigten 7.900 Dollar sind zwar schon zusammen gekommen, aber dennoch läuft die Finanzierungsrunde noch bis zum ersten Januar. Für das potentielle Weihnachtsgeschäft eher ein suboptimales Timing, würde ich mal sagen …
Gift Couture is a start-up creative and innovative wrapping paper company that offers high-quality wrapping paper sets. We will produce unique papers that coordinate together into conceptualized themes and sets. This is exemplified in the Cheeseburger set that we chose to use as the initial project. This includes 5 different wrapping paper designs; a bun, hamburger, cheese, lettuce, and tomatoes, all of the components of a Cheeseburger! Right now we are working to get pre-order funding to get the project off the ground. This will also encourage and enable us to release additional coordinated sets, which will be available online and through retail partners.
Each complete set of Cheeseburger wrapping paper will be packaged and include the following:
2 – 27″ x 40″ Sheets of Bun
1 – 27″ x 40″ Sheet of Hamburger
1 – 27″ x 40″ Sheet of Cheese
1 – 27″ x 40″ Sheet of Lettuce
1 – 27″ x 40″ Sheet of Tomatoes
via Spiegel Offline.
Ein Realität gewordener Typografie-Albtraum

Das Comic Sans Project nimmt sich Logos bekannter Firmen und Marken vor und “verbessert” diese durch den Einsatz der schrecklichsten Schriftart, die die Menschheit jemals hervorgebracht hat: Comic Sans. Widerlich. Aber eine interessante Idee.
WE ARE THE COMIC SANS DEFENDERS. WE FEAR NO FONTS AND WE WILL MAKE THE WHOLE WORLD COMIC SANS. BECAUSE HELVETICA IS SOOO 2011

Das ist der Tag, von dem ihr noch euern Enkelkindern erzählen werdet

Trash-TV im Hochkultur-Layout: Gregor Weichbrodt und Grischa Stanjek haben als Projektarbeit in “Typografie & Layout” an der HTW Berlin eine Transkription von “Germany’s next Topmodel 2011 – Das Finale” in einem an die guten alten Reclam-Heftchen erinnernden Dramenvers gesetzt.
Hier gibt’s das komplette Buch zu sehen. Als Gegenstück dazu würde ich ja gerne auch noch die gehässigen Twitter-Kommentare zur Live-Show damals als Buch zusammengefasst lesen. Sozusagen als kommentierte Version des Werks. (Und das, obwohl ich ja eigentlich ein strikter Gegner des Internet-Ausdruckens bin.)


via iGNANT
3.2 Million Dots – 210 Hours
Miguel Endara dabei zuzusehen, wie er aus 3,2 Millionen einzelnen Punkten ein Portrait seines Vaters zeichnet, ist schon sehr faszinierend.
Social Media, erklärt von Omi: Grandmother Tips – Just a few tips that my grandmother should have given me, but unfortunately never did.

Ja ja, ich weiß. Inzwischen hat auch das hinterletzte Blog darüber berichtet, auf Twitter und Facebook ist das Thema auch schon komplett durch und ich bin viel zu spät dran. Man kommt halt zu nix.
Also der Vollständigkeit halber auch noch mal hier: Chacho Puebla hat ein paar Tipps zu Social Media typografisch ansprechend aufbereitet, auf Schilder gedruckt und diese seiner Großtante in die Hand gedrückt.

Hier gibt’s noch mehr großmütterliche Social Media Tipps.

Matt Keers

Matt Keers gestaltet schöne bunte (und auch weniger bunte) Dinge: Buchcover, Schriftentwürfe, Illustrationen, Logos …


Jakob Printzlau

Einer meiner Lieblings-Designer (der sich inzwischen auch als Regisseur für Musikvideos u.ä. einen Namen macht und nebenbei Musiker ist) hat seit gestern eine neue Website am Start: JAKOB PRINTZLAU.
Im Gegensatz zu vielen seiner Arbeiten ist die Seite sehr clean und nicht so wahnsinnig spektakulär. Aber was zählt, sind ja ohnehin die eigentlichen Arbeiten. Und die sind erste Sahne.

The Title Design of Saul Bass (a brief visual history)
Ian Albinson, der Mann hinter artofthetitle.com hat anlässlich des Erscheinens eines Buchs über das Lebenswerk von Design-Legende Saul Bass einige dessen bekanntester Werke (darunter solche Kleinigkeiten wie die Intros zu Hitchcocks Vertigo und Anatomy of a Murder zu einem sehenswerten Trailer zusammengeschnitten. Sehr schick!
Das Buch Saul Bass: A Life in Film & Design (Amazon Partnerlink) ist auch erst einmal direkt auf meiner Amazon Wunschliste gelandet. Wäre schließlich die perfekte Ergänzung zum Vertigo Poster, das bei mir im Wohnzimmer hängt…
via Dangerous Minds
Alles so schön bunt. Heute: QR Codes

QR Codes scheinen momentan DER heiße Scheiß zu sein. Zumindest sieht man sie derzeit gefühlt auf jedem Plakat, jeder Produkt-Verpackung und jeder Anzeige.
Ich finde den Grundgedanken, ein Bild (bzw. einen Code) mit dem Handy einzuscannen und direkt auf eine Website mit weiteren Infos, ein Video o.ä. geleitet zu werden, auch ziemlich interessant. Allerdings frage ich mich jedes Mal, wer außer mir (und vielleicht insgesamt 2% der deutschen Smartphone-Nutzer) diese kleinen schwarzen Quadrate wirklich nutzt. Ob der Einsatz von QR Codes hierzulande für die breite Masse jemals Sinn machen wird? Ich wage es zu bezweifeln. Für Early Adopter und Technik-Freaks mag es ja noch interessant und sinnig sein, aber 90% der Deutschen sind einfach nicht so technik-affin wie z.B. die Menschen in Asien, Iwo QR Codes ja bereits gang und gäbe sind – und anscheinend auch fleißig genutzt werden. (Eine Studie zur wirklichen Verbreitung/ Nutzung der Codes in Deutschland würde mich ja mal brennend interessieren.)

Wie dem auch sei, die Auf Datenvisualisierung spezialisierte Kreativ-Agentur JESS3 (ja, genau die, die auch die “State of the Internet” Videos machen) hat sich mal daran gemacht, die langweiligen schwarzen Quadrate bunt aufzuhübschen, so dass sie aber trotzdem benutzbar bleiben. Ein interessanter Ansatz, der auch einige schicke Ergebnisse hervorgebracht hat und mich stellenweise an Bilder von Keith Haring erinnert.
Nur mit der Benutzbarkeit ist das so eine Sache … im spontanen Test konnte ich leider nicht alle Codes erfolgreich einscannen. Aber wie dem auch sei: Schick aussehen tun sie allemal – und dass z.B. der 3D-Würfel oben nicht funktioniert, schiebe ich jetzt einfach mal auf mein Handy.

Noch mehr bunte QR Codes gibt es auf der JESS3-Website zu sehen.
via medienblase
Twisted!
Faszinierende Verzerrungen & Perspektiven von Nicholas Kennedy Sitton (Tumblr/ Flickr).
via but does it float bzw. FFFFOUND!
Burn: Create, Inspire & Stop at Nothing
Sehr schickes, leicht apokalyptisch anmutendes Skate-Video von Ash Bolland: Beeindruckende Stunts und noch beeindruckendere Bilder erzeugen einen sehr atmosphärischen Kurzfilm. Und der Ganze Aufwand für einen Energy Drink. Nicht schlecht.
(Interessanterweise hatte der Regisseur das Video vor ein paar Wochen schon einmal selbst gepostet, es dann aber wieder offline genommen, da das Timing wohl etwas anders geplant war …)
Band-Poster Making Of

Band-Poster. Eine der interessantesten Kunstformen, die es gibt. (Die in Deutschland in meinen Augen jedoch größtenteils sträflich vernachlässigt wird. Was spricht denn dagegen, sich bei der Gestaltung von Postern für Einzelkonzerte Mühe zu geben, anstatt immer und überall das gleiche Motiv zu verwenden? Aber egal, ich schweife ab …)
DKNG Studios geben uns jetzt einen kleinen Einblick in ihre Arbeit an einem Poster für die Band Explosions in the Sky – und ich finde es wahnsinnig spannend, den Entstehungsprozess im Detail verfolgen zu können.
Der Vimeo-Account von DKNG bietet übrigens noch ein paar weitere Poster-Entstehungsprozesse …
via We like that.
Paperlux Novum Cover

Das Hamburger Kreativ-Studio Paperlux hat für die November-Ausgabe des Novum Magazins ein beeindruckendes Cover gestaltet.










