Sign Out

Fotografie, Kunst / 19. Mai 2010 / 16:43 Uhr / 1x Senf dazu

Josef Schulz: sign out

“sign out” ist der Titel einer Fotoserie von Josef Schulz, in der der Düsseldorfer Fotograf (und Student bei Bernd Becher und Thomas Ruff) Leuchtreklame und Werbeschilder zeigt – allerdings ohne Text.

Nach Schulz’ Retusche zeigen die bei Reisen durch die USA fotografierten Lichttafeln vor mal mehr, mal weniger blauem Himmel alle das Gleiche: Nichts.

Die Galerie Weigand zeigt als Jahresauftakt 2010 neue Fotografien von Josef Schulz.
Man kann sie als Erweiterung der WerkserieSachliches betrachten, folgt man der Faszination des Künstlers für industriell geprägte Gebiete und Vorstädte.
Sign out lautet der Titel und beschreibt die Serie treffend, denn Schulz widmet sein Interesse diesmal der variantenreichen Fülle von Werbeschildern – wie sie an besagten Orten vorkommen – fotografiert auf Reisen durch die USA.
Diese markanten Leuchtkörper bilden in Natura eine zweite Ebene oberhalb der angesiedelten Architektur und verweisen auf deren jeweilige Spezifikation. Sie sind Träger von Textbotschaften und dienen einzig dem Hinweis und der Verführung.
Genau hier greift Schulz ein, befreit die Schilder mittels digitaler Manipulation von ihrer „Bezeichnung”, somit von der Funktion; er kappt die Kommunikation, sign out. Das ursprüngliche Gebilde aus „form and function“ ist nun reduziert auf die reine Form, wandelt sich somit zum skulpturalen künstlerischen Objekt.
Diesen Eindruck bestärkt Josef Schulz durch die minutiöse Bearbeitung am Computer mit dem Fokus auf die Hervorhebung von Form, Farben und Glanz, bzw. Mattigkeit. Es entstehen autonome räumliche Körper, an denen keinerlei Kratzer, Defekte, oder andere Spuren sichtbar sind, scheinbar zeitlos, künstlich.
Die Autonomie des Objekts resultiert auch durch die gewählte Perspektive seiner Aufnahmen. Unverortet, ohne jeglichen Hinweis auf umliegende Gebäude oder eine spezifische Vegetation, lässt allein der jeweilig abgebildete Himmel die Spekulation auf unterschiedliche Standorte zu. Diese Himmelsfarben bilden in ihrer pastellenen Farbverläufen einen Kontrast zu den knallig abgesetzten Farbfeldern der Schilder und deren geometrischen Ausführung. Die verschiedenen Kombinationen wecken unterschiedliche Stimmungen; der graue Himmel zu weißem Schild hat eine andere Wirkung als das gelbe Schild vor strahlend blauem Himmel. Ein Kondensstreifen suggeriert Tiefe und Weite im Bild, hier kann man eine Größendimension erahnen, die in den anderen Fotografien offen bleibt. Dort schwankt der Blickpunkt zwischen Modell und Realität.
Neben ihren starken ästhetischen Reizen haben die neuen Fotografien auch einen absurden Moment. In ihrer Formensprache erinnern sie an Comics. Als leere Sprech- oder Denkblasen hinterfragen sie ihre Umgebung, erzählen von der Austauschbarkeit von Bedürfnissen und reflektieren die Mechanismen des eigenen Begehrens.
Diese bunten, unbeschriebenen Transparente markieren sinnbildlich die Zeit des Übergangs, in der wir uns derzeit befinden. So symbolisieren sie einerseits den geplatzten Traum, kommentieren als mahnende Stellvertreter die zahlreichen Geschäftsaufgaben im Zuge der Wirtschaftskrise. Andererseits jedoch erscheinen sie als Hoffnungsträger für einen Neuanfang, sind Platzhalter für eine Fülle neuer Ideen, an deren Erfüllung Amerika als das Land der unbegrenzten Möglichkeiten fest glaubt.
Josef Schulz, geboren 1966, studierte bei Bernd Becher und Thomas Ruff Fotografie. 2001 wurde er als Europäischer Architekturfotograf des Jahres ausgezeichnet, 2007 erhielt er das Stipendium der ZF-Kulturstiftung, Friedrichshafen. Er lebt und arbeitet in Düsseldorf.

via FFFFOUND!

Mein Wochenende …

Fotografie, Output, Zeugs & Gedöns / 5. Mai 2010 / 10:23 Uhr / noch kein Senf dazu

… sah übrigens unter anderem so aus:

Lektüre

Masterararbeitslektüre bei strahlendem Sonnenschein im Hamburger Stadtpark. So lässt sich’s gut arbeiten.

(Die Überschrift kommt an einem Mittwoch natürlich super, aber so ist das halt, wenn man eigentlich nur sagen will “Hey Leute seht her, ich hab ganz tolle Fotos geschossen und bei Flickr hochgeladen“, aber verplant, das rechtzeitig – sprich am Montag – zu tun und dann die einmal geplante Headline nicht mehr ändern will. So. Ein paar mehr Fotos gibt’s nach dem Klick, den Rest auf Flickr. Meine Fotos vom Besuch der Pop Life Ausstellung hab ich bei der Gelegenheit übrigens auch direkt mal online gestellt.)

Weiterlesen »

Guten Morgen! Gute Laune!

Fotografie, Output, Zeugs & Gedöns / 27. April 2010 / 08:45 Uhr / noch kein Senf dazu

Gute LauneAls Kontrastprogramm zum gräulichen Schmuddelwetter, das hier derzeit in Leipzig herrscht, begrüßt Sie, lieber Leser, an dieser Stelle Mr. Grinsebacke, die freundliche Plastiktüte aus dem Baum vor meinem Küchenfenster, aufgenommen vor ein paar Tagen, als die Sonne noch schien. Guten Morgen.

(Obiger Satz wurde Ihnen präsentiert von der Gesellschaft für Nebensätze, Abteilung für Kommasetzung™.)

Ach ja … da war ja noch was mit Paris

Fotografie / 29. März 2010 / 23:25 Uhr / noch kein Senf dazu

… zum überdimensionalen Paris-Bild von neulich gibt es übrigens auch ein sehr lesens- und sehenswertes Making Of in drei Teilen: un, deux, trois.

Und ein paar Easter Eggs haben die Fotografen wohl auch auf den Dächern von Paris versteckt.

Marco Grob

Fotografie / 23. März 2010 / 20:14 Uhr / noch kein Senf dazu

marcogrob mr t 510x263

Marco Grob porträtiert Hollywood- und andere Stars, fotografiert für so unbedeutende Publikationen wie das Time Magazine und macht nebenbei auch noch ein bisschen Werbefotografie. Dabei ist eine beeindruckende Sammlung an grandiosen Fotos zusammen gekommen, die er auf seiner Website präsentiert. Wenn die jetzt etwas benutzerfreundlicher und nicht in Flash gebaut wäre, fänd ich das super … eine Liste mit den Namen der Porträtierten z.B. wäre ganz nützlich.

Paris

Fotografie, Fundstücke / 17. März 2010 / 09:47 Uhr / 1x Senf dazu

Paris in 26 Gigapixel

Ein hochauflösender Blick über Paris gewünscht? Bitte sehr: Paris 26 Gigapixels – Interactive virtual tour of the most beautiful monuments of Paris.

via eye said it before

Looking Into the Past

Fotografie / 27. Januar 2010 / 11:48 Uhr / noch kein Senf dazu

lookingintothepast 510x338

Wer schon immer mal eine fotografische Zeitreise unternehmen wollte, so geht’s: Man nehme ein altes Foto, gehe mit diesem an den Ort, an dem es fotografiert wurde und fotografiere es an Ort und Stelle inmitten seiner modernisierten Umgebung. Das ganze fabrizieren momentan mehrere User auf Flickr und nennen es Looking Into the Past. Schöne Idee.

via Flickr Blog

365 DAYS

Fotografie / 23. Januar 2010 / 11:42 Uhr / noch kein Senf dazu

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Ein wunderbares Foto-Blog auf Tumblr: 365 DAYS.

In deutschen Reihenhäusern

Fotografie, Werbung / 15. Januar 2010 / 10:56 Uhr / noch kein Senf dazu

In deutschen Reihenhäusern – Website

Am Anfang stand eine einfache Frage: Wer wohnt eigentlich im Reihenhaus? Um Antworten jenseits der Statistik zu finden, wurden der Fotograf Albrecht Fuchs und die Journalistin Inken Herzig im Sommer 2008 damit beuaftragt, Portraits der Bewohner von 50 Reihenhäusern anzufertigen.

Reihenhäuser sind für mich ja so ziemlich der Inbegriff der deutschen Spießigkeit, aber “in deutschen Reihenhäusern” versucht, mit solchen Vorurteilen aufzuräumen (und ganz nebenbei für das “Lebensmodell Reihenhaus” zu werben). Das gelingt eigentlich sogar ziemlich gut.

Einige der Fotos bestätigen meine Abneigung gegenüber Reihenhaussiedlungen zwar, aber es sind auch ein paar sehr schicke Portraits dabei. Und die Website wartet mit cleveren Navigations-Ideen und kleinen Spielerien auf, die mehr als nur nett anzusehen sind.

In deutschen Reihenhäusern

In deutschen Reihenhäusern

via Nerd Reynolds

When I am big

Fotografie / 28. Dezember 2009 / 09:12 Uhr / noch kein Senf dazu

When I am big porträtiert diverse Leute als ihr eigener Kinderberufswunsch und schreibt dazu, was anstatt Astronauten, Seemännern, Prinzessin Leia oder Gehirnchirurgen wirklich aus ihnen geworden ist: z.B. Illustratoren, Whisky-Experten oder Fotografen.

Würde ich jemals gefragt werden, mitzumachen, könnte ich es wohl nicht tun, denn einer meiner größten Kinder-Berufswünsche ist schon vertreten: Tim.

wheniambig ©

Fotografiert werden die Porträts von Emilie Sandy, die auch ansonsten ein sehr nettes Portfolio hat (und unter anderem auch schon die Beastie Boys porträtiert hat).

via irgendjemand vor ein paar Tagen auf Twitter.

Wunder der Technik

Fotografie, Fundstücke / 4. Dezember 2009 / 08:06 Uhr / noch kein Senf dazu

Bilder, die man sofort nach dem Aufnehmen sehen kann! Fotos entwickeln sich selbst wie von Geisterhand! Und nach der Entwicklung moderner Digitalkameras waren Polaroids dann auf einmal absolut nicht mehr aufregend.

Polaroid SX-70 Promotional Film via nobody cares

Cinemascapes

Fotografie, kurz verlinkt / 2. November 2009 / 08:22 Uhr / 1x Senf dazu

cinemascape faraway 510x260

cinemascape leathershoexpress 510x306

Aaron Hobson macht wunderbare Panorama-Fotografien. Mit Menschen drin. Aussehen tun sie wie Film-Stills, das erklärt wohl auch den Namen: Cinemascapes.

via kwerfeldein

Designer’s Open

Fotografie, Output, Zeugs & Gedöns / 27. Oktober 2009 / 08:52 Uhr / noch kein Senf dazu

Am vergangenen Wochenende fand in Leipzig die Designer’s Open statt – und im Gegensatz zum letzten Jahr habe ich es diesmal doch tatsächlich geschafft, hinzugehen.

Hier schon mal ein kleiner Vorgeschmack, mehr dazu demnächst in diesem Theater …

Designer's Open: Merkur-HausDesigner's OpenDesigner's Open: Intellektuellen-Konfetti

Exactitudes

Fotografie, kurz verlinkt / 21. Oktober 2009 / 07:57 Uhr / noch kein Senf dazu

exactitudes2

Fotografie meets Soziologie und heraus kommt ein extrem spannendes Projekt über Subkulturen und Gruppenidentität: exactitudes.com.

Rotterdam-based photographer Ari Versluis and profiler Ellie Uyttenbroek have worked together since October 1994. Inspired by a shared interest in the striking dress codes of various social groups, they have systematically documented numerous identities over the last 14 years. Rotterdam’s heterogeneous, multicultural street scene remains a major source of inspiration for Ari Versluis and Ellie Uyttenbroek, although since 1998 they have also worked in cities abroad.They call their series Exactitudes: a contraction of exact and attitude. By registering their subjects in an identical framework, with similar poses and a strictly observed dress code, Versluis and Uyttenbroek provide an almost scientific, anthropological record of people’s attempts to distinguish themselves from others by assuming a group identity. The apparent contradiction between individuality and uniformity is, however, taken to such extremes in their arresting objective-looking photographic viewpoint and stylistic analysis that the artistic aspect clearly dominates the purely documentary element.

Trouble in Paradise: Kleine Abgründigkeiten in großartig inszenierten Fotos

Fotografie, Fundstücke / 12. Juni 2009 / 00:35 Uhr / noch kein Senf dazu

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Die Fotos in Christoph Martin Schmids Serie “Trouble in Paradise” sehen auf den ersten Blick harmlos aus: Die zigste Fotostrecke, die das Leben der Reichen und schönen dokumentiert. Aber bei genauerem Hinsehen sticht dann doch das ein oder andere Detail ins Auge … mal subtiler, mal weniger subtil, mal tragisch, aber immer sehr komisch. Auf Schmids Website gibt es den Rest der Serie zu bewundern. Wer flash-basierte Fotografen-Websites nicht mag, findet einige der Bilder auch hier.

christophmartinschmid1 510x338

via “die Seele ist eine dumme Pottsau”

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