Von goldenen PR-Löwen in Cannes und ihrer ungerechtfertigten Vergabe.
Da sitzt man nichts Böses ahnend vor dem Rechner und auf einmal flattert es per W&VHorizontundwasweißich-Newsleter ins Haus: Jung von Matt haben beim renommierten Werbefestival in Cannes den goldenen Löwen in der Kategorie PR geholt. Für ihre Kampagne “Tramp a Benz”. So weit, so gut … sagt ja niemand, dass PR-Preise nur reinen PR-Agenturen zustehen. Der Award sei ihnen gegönnt.
Andererseits auch nicht – zumindest bin ich der Meinung, dass der goldene Löwe für diese Kampagne nicht gerechtfertigt ist. Dass eine wirklich sehr ähnliche Idee schon 2008 für Peugeot in Dänemark umgesetzt wurde – da will ich jetzt gar nicht näher drauf eingehen. Was ich jedoch wesentlich bedenklicher finde, ist die Tatsache, dass die Kampagne nicht von Anfang an als solche erkennbar war. Auf der Website fehlte ein Impressum und es wurde der Eindruck erweckt, der Darsteller würde einfach so, weil ihm gerade spontan die Idee kam, mit Mercedes-Fahrern gen Süden trampen wollen. Im Klartext: Kommunikation unter falscher Flagge durch mangelnde Transparenz bezüglich des Absenders/ Auftraggebers.
Dass so etwas – gelinde gesagt – nicht gerade die feine englische PR-Art ist, lernt man in einschlägigen Studiengängen schon im ersten Semester. (Na gut, vielleicht auch erst im zweiten.) Als Agentur ist ein solcher Anfängerfehler in meinen Augen eigentlich nicht vertretbar – und sollte dementsprechend auch nicht mit Awards belohnt werden. Aber was weiß ich schon …
Momentan beschäftigt sich anscheinend der deutsche Rat für Public Relations mit dem Fall. Warten wir mal ab, was dabei rumkommt.
(Ja, ich weiß: Ich wiederhole mich – als die Kampagne gerade aktuell war, schrieb ich auch schon mal darüber.)
Der Bluetooth-Flaschenöffner mit Facebook Connect
Auch wenn ich (wie ich, glaube ich, schon mal erwähnte) für eine andere Brauerei arbeite, so muss man doch neidlos anerkennen, dass der Bluethooth Flaschenöffner von Heineken nicht nur eine lustige Spielerei, sondern auch eine clevere Idee ist: via Facebook Connect werden automatisch Freunde benachrichtigt und eingeladen, sobald man ein Bier öffnet.
(Jetzt müsste man es natürlich nur noch hinkriegen, dass der Öffner nur mit einer bestimmten Biermarke – in diesem Fall eben Heineken – funktioniert.)
via Gute Werbung
Ein Museum. Bier. Musik.
Inzwischen ist es zwar schon ein paar Tage (bzw. ziemlich genau zwei Wochen) her, dass die Fantastischen Vier im Rahmen der Beck’s Gold Fresh Experience im Düsseldorfer K21 aufgetreten sind, aber folgendes Video muss ich jetzt trotzdem noch mal posten:
Die Fantas haben auf Anfassreichweite vor nur 500 Zuschauern einen exklusiven Gig in einem meiner Lieblings-Museen gespielt und ringsherum gab es die besten Einreichungen aus einem auf becks.de und Facebook veranstalteten Foto-Wettbewerb zu sehen. Da wir die ganze Sache für unseren Kunden Beck’s organisiert haben, klingt das vielleicht etwas zu sehr nach Eigenlob, aber das ist mir jetzt gerade egal: Es war ne super Show.
Wollte ich nur mal gesagt haben.
Mein Leipzig lob’ ich mir! Es ist ein klein Paris und bildet seine Leute.
Sonne! Wochenende! Leipzig!
Während sich so manch einer noch in Berlin auf der re:publica vergnügte, fand parallel dazu am Freitag in Leipzig eine andere sehr besuchenswerte Veranstaltung statt: das 6. LPRS-Forum. Und nachdem ich in den vergangenen beiden Jahren die ein oder anderen Stunden, Tage und Wochen mit der Organisation zugebracht habe, war es diesmal doch sehr entspannend, zum ersten Mal als Alumnus und somit “nur” als Gast da zu sein, nette Menschen wiederzusehen oder neu kennen zu lernen, der Podiumsdiskussion zu folgen und auch das ein oder andere Bierchen zu trinken.

Apropos Podiumsdiskussion: Dieses Jahr diskutierten Elisabeth Schick (Leiterin Unternehmenskommunikation, BASF), Jens Jessen (Ressortleiter Feuilleton, die Zeit), Sozialethiker Friedhelm Hengsbach und ex-Verkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) unter der Moderation von LPRS-Alumna Peggy Hoy über Wutbürger & Co. – das Thema hieß “Einstimmig dafür. Mehrheitlich dagegen. Kommunikation im Konflikt mit der Gesellschaft”. Und im Gegensatz zu manch anderen Veranstaltungen kam doch tatsächlich eine teils sehr lebhafte Diskussion auf. Eine ausführlichere inhaltliche Zusammenfassung der Diskussion am Freitag Abend gibt es übrigens auch beim PR-Journal.
Und was es sonst noch so gab: Diskussionen über die Zukunft des Vereins beim Alumnitreffen am Samstag, nach (zu) langer Abstinenz endlich einmal wieder den besten Burger der Welt im McCormack’s, ein Wiedersehen mit guten Freunden, einen Ausflug ins Leipziger Nachtleben – alles in allem ein erfülltes Wochenende.
An dieser Stelle noch einmal ein dickes “Danke” an die Organisatoren. Wir sehen uns dann nächstes Jahr wieder.
Sag mal Christian, was machst du momentan eigentlich den ganzen Tag lang?
Tjaaaaa … momentan sind wir (Edelman) dabei, ein schickes Ding für unseren Kunden Beck’s auf die Beine zu stellen – und zwar die Beck’s Gold Fresh Experience 2011. Und das wird super.
Im Grunde geht es darum, neue Orte zu erfinden bzw. bestehende Orte neu zu gestalten – und zwar im kleinen, exklusiven Kreis von 500 Leuten. Aber bevor ich hier jetzt weit aushole, warumwiesoweshalb und was man sich denn genau darunter vorzustellen hat, lasse ich dies an dieser Stelle mal Herrn Smudo von den Fantastischen Vieren erklären:
Hier dann noch mal die schriftliche Kurzfassung: 30. Mai, K21 Ständehaus, Düsseldorf. Museum einmal anders – eine coole Show der Fantastischen Vier für 500 exklusive Gäste.
Mehr Infos zum Projekt gibt’s im Edelman-Newsroom sowie – wer Smudo zugehört hat, kann es sich schon denken – auf becks.de und auf Facebook. Fotos einschicken, die dann mit ein wenig Glück Teil der Inszenierung werden, kann man übrigens hier.
Pink Ponies: A Case Study
Wenn diese Kampagne mal nicht demnächst bei allen Award-Shows abräumt, dann weiß ich auch nicht – klasse Insights, klare Strategie, exzellente Umsetzung. Fast zu schön, um wahr zu sein. ;)
via davaidavai
Tramp a Benz

Stefan Gbureck, Ex-Hugo Boss-Model, ist derzeit auf dem Weg Richtung Süden. Er trampt, aber nur unter einer Bedingung: Er lässt sich nur von Mercedes-Fahrern mitnehmen. Die ganze Aktion nennt sich Tramp a Benz und wird online dokumentiert – auch bei Facebook.
Eigentlich eine sehr schöne Idee – egal, ob Herr Gbureck das nun aus eigenem Antrieb und Interesse macht (was die Website vermuten lässt), oder ob doch die Mercedes-Agentur Jung von Matt dahinter steckt (was eine Whois-Abfrage bei der Domain offenbart, wie Off the record schreibt).
Ein bisschen mehr Transparenz hätte der Aktion allerdings nicht geschadet – insbesondere unter PR-Gesichtspunkten. Wobei man bei JvM in letzter Zeit (Sixt Castor-Protest & Co.) fast schon den Eindruck bekommen könnte, dass die Kritik und der kleine Branchen-interne Aufreger durchaus mit einkalkuliert sind und man mitunter nach dem eigentlich vollkommen blödsinnigen, aber leider immer noch viel zu oft propagiertem Motto “There’s no such thing as bad publicity” vorgeht.
(Und zu allem Überfluss scheint man sich dann auch noch bei einer zwei Jahre alten Peugeot-Aktion etwas zu sehr inspiriert haben zu lassen. Aber gut – so was passiert. Auch wenn es das eigentlich nciht sollte.)
via Off the record – und bei Text-Raum gibt’s auch noch ein paar Gedanken zum Thema.
Gefährliches Halbwissen in nur drei Tagen

Selbstironie schön und gut. Und wenn Marken/ Unternehmen sich selbst nicht immer so ganz ernst nehmen und auch mal über sich lachen können, so wie es z.B. Otto neulich mit “der Brigitte” gezeigt hat, find ich das ja auch immer klasse.
Aber diese Facebook-Ad, mit der ein Rechtsanwalt einen Marken-Crashkurs (kostenlos und per E-Mail) bewirbt, find ich doch eher seltsam bis fragwürdig:
Kostenloser eMail-Kurs zum Markenschutz. Erwerben Sie gefährliches Halbwissen in nur drei Tagen!
You don’t know the power of the dark side: Todesstern-PR

(Eine kurze Randbemerkung des Autors: Beim Lesen dieses Artikels möge der geneigte Leser bitte den Imperial March vor sich her summen. Vielen Dank für Ihre Kooperation.)
The Galactic Empire has been getting a bad rap recently. We’re here to set the record straight.
Dass Darth Vader twittert dürfte ja inzwischen hinlänglich bekannt sein. Aber neulich habe ich erfahren, dass der Todesstern sogar eine eigene PR-Abteilung hat – und wie sich das in Zeiten von Social Media & Co. gehört, wird da natürlich auch fleißig gebloggt und getwittert.
Eine unbedingte Lese- bzw. Follow-Empfehlung für alle Kommunikationsmenschen und Star Wars-Fans!
P.S.: In der Todesstern-PR-Abteilung würde ich allerdings nicht gerne arbeiten – diese dumme Sache mit dem kleinen Lüftungsschacht, durch den die gewaltigste Raumstation des Universums vernichtet werden kann, dürfte etwas heikel zu kommunizieren sein.
Influencers
Egal ob im Marketing oder in der PR – junge, hippe, kreative, urbane Menschen gelten oft als eine der wichtigsten Zielgruppe (in meinen Augen manchmal auch zu oft, aber das ist eine andere Geschichte) für Marken und Produkte, weil sie diejenigen sind, die Trends leben und aufspüren und ihre Umwelt beeinflussen.
Gerade heute, wo unsere Mediennutzung einem solchen gravierenden und vor allem schnellen (und manchmal auch schnelllebigen) Wandel unterworfen ist wie nie zuvor, haben diese Early Adopter in den Augen professioneller Kommunikatoren einen extrem hohen Stellenwert.
Für alle PRler, Werber, Marketingmenschen, Trendsetter & Co. kommt diese Doku demnächst also genau richtig: Influencers – How Trends & Creativity Become Contagious.
Mehr Infos zum Film gibt es – wie könnte es anders sein – auf Facebook und bei Twitter.
via davaidavai.com.
The Anatomy of a Great Idea

Dem ist nichts im Grunde mehr hinzuzufügen.
(Außer vielleicht, dass es auch noch Farbvarianten der “großen” Idee gibt)
An Inconvenient PR Truth
An Inconvenient PR Truth – Denkanstöße in animierter Form für Berufskommunikatoren.
Ein Interview ohne Antworten: Oliver Bierhoff ist “sympathisch, aber selbstzensierend”
Gestern lob ich noch die Kommunikationsarbeit (na gut, in erster Linie die Online-Aktivitäten) des DFB und dann heute das: Ein Interview mit Oliver Bierhoff ohne Antworten bei zeit.de. Liebe DFB-Kommunikationsmannschaft, so was macht man eigentlich nicht.
In anderen Ländern werden Interviews doch auch nicht zig-mal autorisiert, was natürlich auch ein zweischneidiges Schwert sein kann. Nun ja … seien wir mal gespannt, ob sich die Autorisierungspraxis in Deutschland jemals ändern wird.
via turi2
Weltmeisterschaftsbloggerei bei Zeugs & Gedöns
Ich muss ja sagen, bei dieser WM bin ich nicht nur von der Spielweise der Deutschen Mannschaft begeistert, sondern auch von der Kommunikationsarbeit des DFB rund um das Turnier. Heute Morgen grüßte Bastian Schweinsteiger alle Follower des DFB-Twitter-Accounts:
25000 Follower! Bastian Schweinsteiger grüßt alle mit diesem Foto – es wird langsam eng auf dem Plakat.

Beim DFB hat man anscheinend verstanden, wie wichtig Social Media für die Kommunikationsarbeit ist. Zugegeben, echter Dialog mit Fans und Followern findet nicht statt, sondern Twitter wird nur als Einweg-Kanal genutzt. Aber es ist ein Anfang – und gar nicht mal ein schlechter. Ich als Deutschland-Fan fühle mich über Twitter gut informiert und freu mich über die Grüße des Teams.
Die Website der Nationalmannschaft ist auch gut gemacht, bietet aktuelle News, Videos, Hintergrundberichte, Rezepte des Team-Kochs und und und … Was ich ziemlich gut finde: Neben den Spielern wird auch “das Team hinter dem Team” portraitiert – vom Busfahrer bis zur Medien-Crew.
Allerdings frage ich mich, wieso man die zum Download angebotenen Wallpaper nicht an die aktuelle Mannschaft angepasst hat: Ich hätte gerne Neuer statt Adler und Müller, Klose oder wen auch immer statt Ballack … das Mannschafts-Foto ist schließlich auch aktuell und “richtig”.
Martin Sonneborn im Gespräch mit einem Pharma-Lobbyisten
Oh, oh … da wäre für den netten graubärtigen Herrn aber mal dringend ein Medientraining fällig: Martin Sonneborn interviewt für die ZDF heute-Show einen Vertreter der Pharma-Lobby und die armen PR-Menschen im Hintergrund bekommen währenddessen wahrscheinlich alle einen kleinen Herzinfarkt.
P.S.: Sonneborn wurde im Anschluss an die Ausstrahlung vom ZDF-Programmchef gerügt…
via Daniel Krolzik
Gepfeffertes Pfeffers PR-Ranking 2009
Drüben beim LPRS hab ich’s gestern zwar auch schon gebloggt, aber da es für meine Masterarbeit voraussichtlich eine nicht ganz unwichtige Rolle spielen wird, kommt’s hier jetzt auch noch mal: Pfeffers PR-Ranking 2009 ist da!
Einordnung, Bewertung und Kommentierung über die nackten Zahlen hinaus bieten PR-Journal, Horizont und W&V.
Agenturen …
Ich hab zwar gerade schon beim LPRS-Blog darüber geschrieben, aber hier muss es auch noch mal hin, weil da ein paar kleine Perlen dabei sind: Die Kommunikationsagentur achtung! hat während der Verleihung der absatzwirtschaft Marken-Awards einige Statements zu Agenturen eingesammelt. Die Meinung diverser Branchengrüßen (und von Dieter Nuhr) darüber, was Agenturen denn eigentlich sind, sein sollten, meinen zu sein oder leisten soll(t)en gibt es hier. Viel Vergnügen.
Einige der Statements könnten für mich auch noch anderweitig interessant werden, aber mehr dazu demnächst in diesem Theater …
